Das Fanprojekt Leipzig sucht ab 01.03.2026 einen Sozialpädagogen/Sozialarbeiter (m/w/d) für den Arbeitsbereich 1. FC Lokomotive Leipzig in Teilzeit (20 Wochenstunden)

Qualitätssiegel für professionelle Fanarbeit: Fanprojekt Leipzig zum 3. Mal zertifiziert

Ausgezeichnete Fanarbeit mit hohen Qualitätsstandards: Das Fanprojekt Leipzig erhielt am 8. Dezember 2025 das Qualitätssiegel der KOS (Koordinationsstelle Fanprojekte) für professionelle Fanarbeit im Fußball. Damit hat das Team in Leipzig zum dritten Mal in Folge die Qualitätsüberprüfung, die alle drei Jahre im Rahmen des Nationalen Konzepts für Sport und Sicherheit (NKSS) fällig ist, erfolgreich abgeschlossen.

Das Qualitätssiegel wurde durch Philipp Beitzel von der KOS in der Beiratssitzung an Fanprojektleiter Dr. Christian Kohn überreicht. Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von Vicki Felthaus, der Beigeordneten für Jugend, Schule und Demokratie der Stadt Leipzig statt. Zweimal im Jahr trifft sich diese Runde. Neben Christian Kohn waren auch Vera Kalkhoff, Geschäftsleitung Jugendarbeit | Bildung | Projekte bei Outlaw und Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts und ehemaliger Geschäftsleiter bei Outlaw dabei. Vertreten ist außerdem das Jugendamts der Stadt Leipzig, das Innenministerium des Landes Sachsen, der DFB und die DFL, das Ordnungsamt, die Polizei, die unabhängige Wissenschaft und die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) sowie die Stadtratsfraktionen, um sich zum aktuellen Stand der Fanprojektarbeit in Leipzig auszutauschen.

„Ich freue mich sehr, dass nach einem wirklich schwierigen Jahr wegen einer für uns bis zum Sommer wirklich herausfordernden Finanzierungssituation unser Fanprojekt nun zum Ende des Jahres nicht nur finanziell gut dasteht, sondern wir auch – mittlerweile zum dritten Mal – bescheinigt bekommen haben, dass wir am Standort qualitativ auf sehr hohem Niveau arbeiten“, unterstreicht Christian Kohn und weist auf die schwierige finanzielle Lage aufgrund geplanter Kürzungen bei Förderungen für das Fanprojekt hin. „Umso wichtiger war das Signal, dass die Landesförderung für die Jahre 2025 und 2026 nicht gekürzt, sondern sogar erhöht wurde. Das zeigte, wie wichtig die Arbeit der Fanprojekte in Sachsen eingeordnet wird.“
Mehr dazu in unserem Blogtext.

Auch Vera Kalkhoff war als zuständige Geschäftsleitung des Arbeitsfelds bei Outlaw vor Ort in Leipzig dabei und gratulierte Fanprojektleiter Christian Kohn und seinem Team für die erneute Verleihung des Qualitätssiegels: „Das  KOS-Qualitätssiegel steht für überprüfte, fachlich fundierte Fansozialarbeit. Es verbindet externe Evaluation mit kontinuierlicher Qualitätsentwicklung und stärkt Fanprojekte als anerkannte Akteure der Jugendhilfe im Fußballumfeld.“ Im Mittelpunkt der Evaluation stehen etwa die Fachlichkeit des jeweiligen Teams, die finanzielle wie sachliche Ausstattung, die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fanszenen sowie die Belastbarkeit des Netzwerkes, das neben den Bezugsvereinen Sicherheits- und Jugendhilfeinstitutionen der Stadt miteinschließt.

„Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen hält das Team in Leipzig diese Qualität seit Jahren aufrecht und leistet professionelle, nachhaltige Arbeit! Das Fanprojekt beweist damit, dass die Fansozialarbeit in Leipzig fachlich fundiert sowie jugendhilferechtlich verankert gearbeitet wird und angemessen ausgestattet ist. Das ist so wichtig, denn die Fansozialarbeit ist akzeptierte, lebensweltorientierte präventive Jugendarbeit“, ergänzt Vera Kalkhoff.

Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“

Das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ wurde 2010 eingeführt und 2012 im NKSS verankert. Die Arbeit der Fanprojekte wird regelmäßig alle drei Jahre mit einem eigens für die 71 Standorte entwickelten Qualitätssiegelprozess durch das unabhängige Evaluierungsinstitut CEVal überprüft und ausgewertet. Im Anschluss berät die AG Qualitätssicherung, in der Vertreter:innen, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga, der Deutschen Sportjugend, der Koordinationsstelle Fanprojekte sowie der unabhängigen Wissenschaft sitzen, über die Vergabe des Siegels. Weiter Infos gibt es hier.

Auftakt der Standortbegleitung für den neuen Lernort Stadion in Chemnitz

Am 18.11.25 führten wir im Rahmen der Standortbegleitung von Lernort Stadion den ersten Meilensteinworkshop mit dem neuen Lernort „Bildung Fischerwiese – Verein(t) lernen“ in Chemnitz durch.

Wir wünschen dem Lernort in Chemnitz viel Erfolg bei der Umsetzung aller Vorhaben und freuen uns, die Kolleg*innen im kommenden Jahr dabei begleiten zu dürfen!

Vernetzungstreffen zur historisch-politischen Bildungsarbeit im Sport am 24. und 25.10.2025 in Leipzig

In Leipzig fand diesen Herbst ein zweitägiges Vernetzungstreffen zur historisch-politischen Bildungsarbeit im Sport und Fußball statt. Die Veranstaltung wurde vom Fanprojekt Leipzig initiiert und gemeinsam mit der Lernkurve Leipzig, der Initiative für mehr gesellschaftliche Verantwortung im Breitensport-Fußball (IVF) sowie der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig organisiert. Unterstützung kam außerdem von der Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG). Die Universität Leipzig stellte die Räumlichkeiten der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät zur Verfügung.

Den Auftakt bildete ein historischer Rundgang der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig zu den ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagern im Umfeld der heutigen Red Bull Arena. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in die Verflechtungen von Leipziger Stadtgeschichte, NS-Zwangsarbeit und lokaler Fußballhistorie.

Ein anschließendes Grußwort von Dr. Petra Tzschoppe, ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbundes und langjährige Lehrende an der Universität Leipzig, betonte die Relevanz historisch-politischer Bildungsarbeit im Sport. Die darauf folgenden Fachvorträge von Dr. Veronika Springmann (Deutsches Sportmuseum Berlin), Dr. Andreas Kahrs (What Matters) und Paula Scholz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) beleuchteten kritisch die Rolle des Sports im Nationalsozialismus sowie aktuelle Herausforderungen der Vermittlung der NS-Geschichte in außerschulischen Bildungseinrichtungen und Institutionen wie Sportvereinen, Fanprojekten und Sportverbänden. Anschließend wurden die Inhalte in einer moderierten Podiumsdiskussion vertieft und auf verschiedene Fragen der Zuhörer*innen eingegangen.

Die Workshops des zweiten Veranstaltungstages boten praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Formen historisch-politischer Bildungsarbeit im Sport. Unter der Leitung von Monika Urbich (Arolsen School) beschäftigte sich der erste Workshop mit digitalen Lernformaten im Fußballkontext. Die Teilnehmenden lernten verschiedene digitale Werkzeuge und Lernmodule kennen, die Themen wie Ausgrenzung, Zugehörigkeit und historische Verantwortung behandeln. Dabei konnten sie interaktive Tools selbst erproben und deren Einsatzmöglichkeiten in der historisch-politischen Bildungsarbeit im Sport diskutieren.

Ein weiterer Workshop, geleitet von Alexander John Bolton (Gedenkstätte Buchenwald), widmete sich der Erinnerungsarbeit in Social Media. Anhand konkreter Beispiele – darunter Instagram-Reels, Kurzformate und unterschiedliche Formen digitalen Storytellings – wurde gezeigt, wie erinnerungskulturelle Inhalte zeitgemäß aufbereitet und vermittelt werden können. Die Gruppe reflektierte sowohl die Potenziale als auch die Grenzen digitaler Plattformen für die pädagogische Arbeit.

Der dritte Workshop wurde von Dr. Veronika Springmann (Deutsches Sportmuseum Berlin) und Dr. Andreas Kahrs (What Matters) durchgeführt und thematisierte Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Ausgehend von historischen Quellen und Biografien erarbeitete die Gruppe die unterschiedlichen Funktionen, die Sport im KZ-System erfüllte. Zudem wurden aktuelle Bildungsmaterialien vorgestellt und methodische Zugänge diskutiert, die eine verantwortungsbewusste Vermittlung dieses sensiblen historischen Themenfeldes ermöglichen.

Die Workshops boten viel Raum für einen intensiven Austausch über methodische Fragen, digitale Innovationen und eine verantwortungsvolle Vermittlung der nationalsozialistischen Geschichte im Sport.

Im Rahmen der darauffolgenden Projektmesse stellten Teilnehmende und Gäste ihre Projekte und Initiativen vor. Die Messe diente als Plattform für Vernetzung, gegenseitige Beratung und erste Kooperationsansätze über regionale Grenzen hinweg.

Zum Abschluss des Tages kamen alle Teilnehmenden erneut zusammen, um in gemeinsamen Tischgesprächen über verschiedene Fragestellungen zu diskutieren. Dieser abschließende Austausch bot die Gelegenheit, die Inhalte der beiden Veranstaltungstage gemeinsam zu reflektieren, neu gewonnene Impulse im eigenen Denken zu verankern und erste Ansätze für zukünftige Projekte und Ideen weiterzuentwickeln.

Die Veranstaltung verdeutlichte die zentrale Rolle des Fußballs und Breitensports bei der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte, gesellschaftlicher Verantwortung und moderner Bildungsarbeit. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit von Fanprojekten, Vereinen, Gedenkstätten, Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entstand ein fachlicher Dialog, der langfristig zur Weiterentwicklung historisch-politischer Bildung im Sport beitragen wird.

Besonderer Dank gilt den Fördermittelgeber*innen DSJ – Deutsche Sportjugend, gefördert vom Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, sowie PFiFF – Deutsche Fußball Liga, deren finanzielle Unterstützung die Durchführung dieser Veranstaltung erst möglich machte.

Workshops beim 12. Festival „Politik im Freien Theater“

Vergangene Woche fand in Leipzig das 12. Festival Politik im Freien Theater zum Thema „Grenzen“ statt. In diesem Rahmen waren wir mit 3 Workshops im Bruno-Plache-Stadion beim 1. FC Lokomotive Leipzig zu Gast.

Im Workshop „FairPlay oder Foulspiel“ setzten sich Jugendliche aus Bad Lausick mit Hintergründen und Erscheinungsformen von Hass im Netz sowie Folgen für Betroffene auseinander und erprobten Möglichkeiten, dem etwas entgegenzusetzen.

In zwei Workshops „Abseits ist, wenn der Staat pfeift?! DDR und Fußball“ beschäftigten sich Jugendliche aus Zwenkau mit der Bedeutung des Sports in der DDR, der engen Verknüpfung von Sport und Politik sowie deren individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Natürlich kam auch das Fußballspielen nicht zu kurz.

Ein herzlicher Dank geht raus an alle Teilnehmenden, den 1. FC Lokomotive Leipzig, die Bundeszentrale für politische Bildung sowie die anderen Festivalveranstaltenden. Wir freuen uns sehr, dass wir ein Teil des Festivals sein durften.

Das Festival „Politik im Freien Theater“ ist eine Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung mit LOFFT – DAS THEATER, Schaubühne Lindenfels, Schauspiel Leipzig, Theater der Jungen Welt und Westflügel Leipzig.

Es wurde gefördert durch die Stadt Leipzig. Die Förderung wurde ermöglicht durch den Beschluss des Leipziger Stadtrats zur Vorlage VII-DS-06803 „12. Festival ,Politik im Freien Theater‘ 2025 in Leipzig“ und durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Das Fanprojekt kann weitermachen

Die Arbeit des Leipziger Fanprojektes geht weit über Fußball hinaus. Sozialpädagog:innen begleiten Jugendliche und junge Erwachsene, die zu den Fanszenen von Lok, Chemie und RasenBallsport Leipzig gehören. Sie vermitteln in Konfliktsituationen am Spieltag, helfen bei großen und kleinen Problemen, leisten wichtige Bildungs- und Demokratiearbeit, schaffen sichere Räume in denen jugendliche Fußball-Fans Selbstwirksamkeit erleben und sind Übersetzer:innen der Anliegen von Fans in das Fußball-Netzwerk. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen ist diese Arbeit unverzichtbar: Sie sorgt für Austausch statt Abgrenzung, für Perspektiven statt Ausgrenzung – und sie stärkt das Miteinander in der Stadt.

Noch im Frühjahr schien die finanzielle Lage für das Leipziger Fanprojekt extrem schwierig. Jetzt gibt es Grund zur Freude: Dank Spenden, politischer Unterstützung und neuer Förderentscheidungen auf Landes- und Bundesebene konnte die angespannte Situation nicht nur stabilisiert, sondern auch verbessert werden. „Nach Monaten voller Unsicherheit ist es ein riesiger Erfolg, dass wir unsere Arbeit nicht nur fortsetzen, sondern auch weiterentwickeln können“, sagt Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts Leipzig bei Outlaw.

Im Mai 2025 machte Outlaw öffentlich, wie ernst die Lage für das Fanprojekt Leipzig geworden war. Weder die städtische noch die landesweite Förderung deckten den tatsächlichen Bedarf, und zusätzlich erschwerte die Deckelung der Fußballförderung im Haushalt unsere Arbeit deutlich. Die Konsequenz: Selbst ein Fortbestehen des Projekts in seiner bisherigen Form konnte nicht mehr gesichert werden. Für die sozialpädagogische Begleitung der Fanszenen war das eine unhaltbare Situation. „Allein der Gedanke, dass wir Angebote einstellen oder sogar schließen müssten, hat viele Jugendliche und junge Erwachsene in den Fanszenen beunruhigt“, erinnert sich Projektleiter Dr. Christian Kohn.

Über den Sommer hinweg hat sich das Blatt gewendet. Schon die Spendenkampagne brachte in kürzester Zeit mehr als 5.000 Euro zusammen – ein klares Zeichen, wie wichtig das Projekt für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist. Fans, Unterstützer:innen und Netzwerkpartner:innen machten deutlich: Diese Arbeit darf nicht auf Eis gelegt werden. Parallel dazu fanden auf Landesebene zahlreiche Gespräche zwischen den sächsischen Fanprojekten, ihren Trägern und den demokratischen Fraktionen im Landtag statt. Mit Erfolg: Die geplanten Kürzungen der sächsischen Fanprojekt-Förderrichtlinie wurden aufgehoben. Stattdessen wurde die Landesförderung für die Jahre 2025 und 2026 erhöht. „Das war für uns ein entscheidendes Signal“, betont Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts Leipzig: „Damit steht fest: Die Arbeit der Fanprojekte in Sachsen wird als bedeutend und unverzichtbar anerkannt.“

Auch auf Bundesebene gab es entscheidende Veränderungen. DFB und DFL haben nicht nur ihre Fördersummen erhöht, sondern auch ein lang angestrebtes Anliegen umgesetzt: Die bisher gemeinsame Förderung für Lok und Chemie wurde aufgeteilt. Damit steht dem Leipziger Fanprojekt nun mehr Geld als bislang zur Verfügung. Das bedeutet Planungssicherheit und die Möglichkeit, die Besonderheiten der Fanszenen besser zu begleiten. Ab 2026 können wir personell aufstocken und dringend benötigte Strukturverbesserungen umsetzen.

„Unser Dank gilt allen Spender:innen, Fans, politischen Partner:innen und Unterstützer:innen im Netzwerk. Ohne euch wäre diese positive Wendung nicht möglich gewesen“, sagt Christian Kohn.

Auch wir als Träger möchten uns herzlich bedanken – bei allen, die gespendet haben, bei der Politik, die Verantwortung übernommen hat, und bei DFB und DFL, die eine Lösung gefunden haben.

Sozialpädagog*in / Sozialarbeiter*in (m/w/d) in Teilzeit (25 Std./Woche) gesucht!

Für den Arbeitsbereich BSG (Betriebssportgemeinschaft) Chemie Leipzig sucht das Fanprojekt zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Teilzeit (25Std./Woche) eineN Sozialpädagog*in/Sozialarbeiter*in (m/w/d)

Kennziffer 5252621


Das Fanprojekt Leipzig begleitet seit 14 Jahren junge Fußballfans der Vereine RasenBallsport Leipzig, 1. FC Lokomotive Leipzig und BSG Chemie Leipzig innerhalb und außerhalb ihrer Lebenswelt. Gemeinsam mit den Fans möchten wir eine kreative und positive Fankultur auf- und ausbauen und die Lebensbedingungen von jungen Menschen verbessern.


Deine Aufgaben:

  • Du kümmerst dich im Rahmen unserer offenen Jugendarbeit um die Entwicklung und Durchführung regelmäßiger Angebote in den von uns bereitgestellten Fanräumen für die Fans der BSG Chemie Leipzig

  • Du begleitest im Rahmen unserer aufsuchenden Jugendarbeit ausgewählte Heim- und Auswärtsspiele der BSG Chemie Leipzig

  • Du hilfst bei der Organisation und Durchführung von Bildungsreisen im In- und Ausland

  • Du berätst jugendliche Fußballfans der BSG Chemie Leipzig zu unterschiedlichen Anliegen und Problemlagen

  • Du bringst dich aktiv in das Fußball-, Fanprojekte- und Jugendhilfe-Netzwerk auf regionaler und bundesweiter Ebene ein

  • Du arbeitest an der konzeptionellen Weiterentwicklung der Angebote des Fanprojektes mit


Dein Profil:

  • Abschluss als staatl. anerkannte:r Sozialpädagoge / Sozialpädagogin, Sozialarbeiter / Sozialarbeiterin, eine vergleichbare geistes-, sozialwissenschaftliche oder pädagogische Qualifikation/Ausbildung oder du möchtest berufsbegleitend Soziale Arbeit an einer Dualen Hochschule studieren

  • Du bist interessiert an Fußball-Fankultur

  • Du bist empathisch im Umgang mit Jugendlichen und besitzt diplomatisches Geschick in der Kommunikation mit Erwachseneninstitutionen

  • Du arbeitest selbstständig und verbindlich, bist aber auch teamfähig

  • Du bist sicher im Umgang mit MS-Office Programmen

  • Du bist zeitlich flexibel und in Besitz eines gültigen Führerscheins der Klasse B


Darauf kannst du dich freuen:

  • einen unbefristeten Arbeitsvertrag

  • Vergütung orientiert am branchenüblichen Gehalt, z. B. TVöD

  • betriebliche Altersvorsorge (arbeitgeberfinanziert)

  • 30 Tage Urlaub + 2 Regenerationstage + Heiligabend und Silvester als zusätzliche freie Tage

  • Mitgestaltungsmöglichkeiten und flache Hierarchien

  • professionelles Einarbeitungskonzept einschließlich wohnortnaher Willkommensveranstaltung

  • Teamtage, pädagogische Tage, Supervisionen

  • Entwicklungsmöglichkeiten durch interne und externe Weiterbildungsangebote

  • Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements

  • Zeitwertkonten (Möglichkeit einer Auszeit oder früheren Rente)

  • BusinessBike Fahrradleasing

  • Prämienprogramm „Mitarbeiter:innen werben Mitarbeiter:innen“ (600 EUR)

  • vergünstigte Angebote bei zahlreichen Shoppingportalen (corporate benefits)

  • Vergünstigungen durch eine Kooperation mit der LVB zum LVB-Jobticket


Interessiert? 
Möchtest du Teil unseres Teams werden? Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung über das Online-Formular auf unserem Karriereportal (www.outlaw-ggmbh.de) oder schriftlich – unter Angabe der Kennziffer.

Du hast vorab noch Fragen?
Melde dich gerne bei bewerbung@outlaw-ggmbh.de

Bitte achte darauf, dass wir bis zur Einstellung einen Nachweis deines vollständigen Masern-Schutzes benötigen.

Outlaw gGmbH
Christian Kohn
Käthe-Kollwitz-Straße 54
04109 Leipzig

Neue Bücher zum Thema Antisemitismus im Fußball in unserer Bibliothek

Unsere Bibliothek hat ab sofort eine neue Ecke zum Thema Antisemitismus und Fußball. Vor dem Hintergrund des weltweit zunehmenden Judenhasses, antisemitischer Demonstrationen und Boykottaufrufe ist es uns wichtig, über die Funktionsweisen und Formen des Ressentiments gegenüber Jüdinnen und Juden zu informieren. Auch in den Fußballstadien ist das lange totgeglaubte Vorurteil wieder zunehmend sichtbar.

In der erinnerungspolitischen Bildungsarbeit und mit Gedenkstätteninitiativen haben Vereine und Fans seit vielen Jahren die Erforschung von Antisemitismus im Sport vorangetrieben und immer wieder darauf verwiesen, dass „Nie wieder!“ keine hohle Phrase sein darf. Fußballstadien sind also durchaus eine Art Indikator, wenn es um gesellschaftliche Verwerfungen und Problemlagen geht.

Für alle, die sich intensiver mit dem Themenfeld beschäftigen wollen oder Fragen zu den komplexen gesellschaftlichen Problemlagen haben, finden sich ab sofort Klassiker der Antisemitismustheorie, Bücher über die nationalsozialistische Vergangenheit von Fußballclubs und Neuerscheinungen zum modernen Antisemitismus nach dem 7. Oktober. Kommt also gerne vorbei!

Die Anschaffungen für unsere Bibliothek erfolgten im Rahmen des Projekts „Das Schweigen der Fankurven“ mit freundlicher Unterstützung der DFB-Kulturstiftung, der Amadeu Antonio Stiftung und des sächsischen Förderprogramms Weltoffenes Sachsen.

Netzwerktreffen in Jena: Demokratiebildung im digitalen Raum

Vom 09.-11. September 2025 kam das Lernort-Stadion-Netzwerk in Jena zusammen.

Über 50 Koordinator*innen und Teamende aus 32 Lernorten beschäftigten sich intensiv mit den Themen Hate Speech, Desinformation und Jugendradikalisierung.

Der Auftakt bestand aus drei praxisnahen Train-the-Trainer-Workshops:
· Soziale Medien – Digitale Lebenswelten und Prävention
· Fake News
· Hass im Netz

Am zweiten Tag wurde im Ernst-Abbe-Sportfeld gearbeitet. Beim agilen Format Lernort Stadion Diskursraum diskutierten Teamende und Jenaer Jugendliche altersübergreifend über folgende Themen: Rechtsradikalismus, religiöse Radikalisierung, Klima und Umwelt sowie Ost-West-Identität.
Ergänzt wurde das Programm durch den Workshop „Generationendialog im Stadion“ und ein Sportangebot für die Jugendlichen.

Den Höhepunkt bildete die Abendveranstaltung im Kassablanca Jena am 10. September: Unter dem Titel „Hass, Desinformation und Jugendradikalisierung – Was wir gegen Demokratiegefährdung im Netz tun können!“ diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft aktuelle Entwicklungen und pädagogische Antworten. Beiträge kamen nach der Begrüßung der Sozialdezernentin der Stadt Jena, Kathleen Lützkendorf, von dem Präventionsexperten Prof. Dr. Beelmann (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Maik Fielitz (IDZ Jena), Andrea Bonk (DFL Stiftung), Antje Kettner (Lernkurve Leipzig und Regionalsprecherin Ost bei Lernort Stadion) und Mehmet Koc (freier Netzpädagoge und Islamwissenschaftler).

Für musikalische Akzente sorgte Johanna Bergk mit ihrem feministischen Frauenchor.

Ein besonderes Augenmerk lag auch auf der Vorstellung des neuen Lernorts Ernst-Abbe-Sportfeld, der seit 2024 Workshops mit Jenaer Jugendlichen anbietet und als innovativer Bildungsraum stetig weiter ausgebaut wird.

Der letzte Tag diente dann dem Austausch innerhalb des Netzwerks, bevor alle Teilnehmenden die Rückreise antraten.

Gefördert wurde das Netzwerktreffen von Aktion Mensch im Rahmen des Sonderprojekts Fair Play im Netz.

Herzlichen Dank an alle für dieses wunderbare Netzwerktreffen!

„Für unsere Arbeit eigentlich unverzichtbar…“ Fachtag zum fehlenden Zeugnisverweigerunsgrecht in der (aufsuchenden) Sozialen Arbeit

Der Landesarbeitskreis Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. hat als Dach- und Fachverband für die Arbeitsfelder Mobile Jugendarbeit und Streetwork in Sachsen zusammen mit dem Fanprojekt Leipzig Ende August einen Fachtag zum Zeugnisverweigerungsrecht auf die Beine gestellt. Im Soziokulturellen Zentrum Conne Island trafen sich knapp 40 Sozialpädagog:innen, Leitungen und Trägerverteter:innen, um vor allem den alltagspraktischen Umgang rund um die fehlende rechtlich Absicherung innerhalb einiger Felder der Sozialen Arbeit zu diskutieren.

Für nicht wenige sozialpädagogische Fachkräfte der aufsuchenden Arbeit und ihre Träger gehört es mittlerweile fast zur Normalität, mit Vorladungen von Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichten umgehen zu müssen. Die Grundlage der sozialpädagogischen Alltagsarbeit – das belastbare Vertrauensverhältnis und die Beziehungsarbeit mit der Zielgruppe – wird durch diese Praxis extrem gefährdet. Nicht selten zerstören die derzeitige Rechtsgrundlage und die daraus resultierenden Folgen jahrelang aufgebaute Beziehungsverhältnisse mit Klient:innen.

Georg Grohmann vom LAK leitete mit einer fokussierten juristischen und berufsethischen Problemanalyse in den Fachtag ein und skizzierte anschließend die unterschiedlichen Dilemmata, in denen die Akteur:innen der Sozialen Arbeit stecken. Allzu oft sind die komplexen und diffizilen Arbeitsaufträge an die Streetworker:innen einfach nicht in Einklang zu bringen mit den oft engen juristischen Rahmenbedingungen der Strafverfolgungsbehörden. In welche Problemsituationen man gerät, wenn Staatsanwaltschaft und Polizei die Sozialen Arbeit im Strafverfahren nutzen wollen, beschrieb in Anschluss Sophia Gerschel aus Karlsruhe. Die ehemalige Mitarbeiterin des ansässigen Fanprojektes sollte mit ihren beiden Kollegen als Zeugin in einem Ermittlungsverfahren aussagen. Als sie dies insbesondere mit dem Verweis auf ihre Arbeitsgrundlage, das Berufsgeheimnis und die berufliche Schweigepflicht ablehnte, geriet sie selbst in die Mühlen der Justiz. In ihrem eindrucksvollen Vortrag beschrieb sie die zermürbenden Auseinandersetzungen mit den Exekutivorganen, die juristischen Leerstellen und die persönlichen Schwierigkeiten, die der Fall mit sich gebracht hat. Umso wichtiger war der anschließende praktische Austausch: in Fallbeispielen, diskutierten die Teilnehmenden den praktischen Umgang mit der fehlenden rechtlichen Absicherung aus verschiedenen Blickwinkeln und in den diversen Arbeitsfeldern der aufsuchenden Arbeit und suchten nach bestmöglichen Auflösungen.

Deutlich wurde beim Fachtag vor allem eines: Vor dem Hintergrund der Spezialisierung und Weiterentwicklung von aufsuchender Sozialer Arbeit und der Präzisierung und Umfänglichkeit des gesetzlichen Arbeitsauftrages in den letzten Jahrzehnten, ist anzunehmen, dass ein fehlendes Zeugnisverweigerungsrecht früher oder später ein potentielles Strafbarkeitsrisiko für die jeweiligen Sozialarbeiter:nnen mit sich bringt. Der Fachtag hat versucht, für dieses Risiko ein Bewusstsein zu schaffen und nach Ursachen und Auswegen aus dieser Situation gesucht. Einfache Paradelösungen sind schwer, es kommt immer auf den Einzelfall an. Dass dabei alle Akteur:innen an einem Strang ziehen müssen – die Fachkräfte selbst, aber auch Team-Leitungen, Trägervertreter:innen, Justiziare und Dachverbände – war eine wichtige Essenz des Zusammentreffens.