Das Fanprojekt Leipzig sucht ab 01.08.2026 eine*n Sozialpädagog*in/Sozialarbeiter*in (m/w/d) für den Arbeitsbereich Rasenballsport Leipzig in Vollzeit (40 Wochenstunden)

Staatsminister Schuster zu Gast beim Fanprojekt-Beirat

Am 19.05.26 fand unsere Beiratssitzung statt – und es war der wahrscheinlich bislang spannendste Beirat in der Geschichte unseres Fanprojekts:
Armin Schuster, sächsischer Staatsminister des Innern, hatte eine Einladung unserer Beiratsvorsitzenden Vicki Felthaus (Beigeordnete für Jugend, Schule und Demokratie der Stadt Leipzig) und unserer Leitung Christian Kohn angenommen. Hintergrund der Einladung waren die Äußerungen einiger Innenminister zur Wirksamkeit der Fanprojektarbeit, die im November 2024 im Zuge eines Treffens zwischen den Fußballverbänden und der Politik öffentlich wurden.

Nach einem Bericht zu ausgewählten Aktivitäten des Fanprojekts und unseres Lernzentrums aus dem letzten halben Jahr stellten Dr. Moritz Gruban (University of London) und Associate Prof. Aurélien Feix (EDHEC Business School, Lille) die Nebenergebnisse ihrer momentan noch laufenden, interviewbasierten Studie zur Wahrnehmung der Zusammenarbeit im Leipziger Netzwerk Sport und Sicherheit vor, in der es auch um die Wirksamkeit unserer Arbeit geht. Sie stellten beide im ersten Teil ihres Vortrags heraus: alle Netzwerkpartner bescheinigen uns eine hohe Wirksamkeit in der Arbeit. Im zweiten Teil ihres Vortrags machten die beiden Forscher aber auch Vorschläge, wie die Messung von Wirksamkeit in Bereichen unserer Arbeit aussehen könnte, die eher schwer zu evaluieren sind.

Wir möchten uns beim Staatsminister, Moritz Gruban und Aurélien Feix sowie den über 20 Beiratsmitgliedern für die offene Atmosphäre und den produktiven 2 1/2 stündigen, nicht gerade alltäglichen Austausch bedanken.

Wir konnten viele Akzente im Sinne der professionellen Fansozialarbeit setzen und denken, der Austausch hat allen Beteiligten neue Erkenntnisse gebracht.

Bild, v. l. n. r.: Dr. Moritz Gruban (University of London), Susanne Wolff (Geschäftsführerin der Outlaw gGmbH), Dr. Christian Kohn (Leiter Fanprojekt Leipzig), Armin Schuster (Sächsischer Staatsminister des Innern), Felix Sauerbrey (Leiter des Amts für Jugend und Familie der Stadt Leipzig)

Lernkurve Leipzig sucht neue Teamende für Workshops

Für die Durchführung unserer Workshops mit Jugendlichen in der Red Bull Arena suchen wir engagierte und motivierte Menschen.

Hast du Lust?
Dann melde dich bei uns.

Alle Infos dazu findest du hier:
Neue Teamende gesucht! (PDF-Dokument)

Wir freuen uns auf dich!

Die innenpolitische Ausweitung des Gefahrenbegriffs und die Bedeutung für Fußballfans

Podiumsdiskussion mit der Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen zum neuen Sächsischen Polizeigesetz.

Ordnungs- und sicherheitspolitische Debatten spielen in der Fansozialarbeit schon immer eine große Rolle. Im Alltag, im Stadion und auch im Austausch mit unserem Netzwerk. Fanprojekte thematisieren die  Auswirkungen auf Fußballfans, tragen Kritik aus den Fanszenen weiter oder problematisieren die oftmals eindimensionale Ausrichtung innenpolitischer Diskussionen.

Anlässlich der im Juli anstehenden Novellierung des Sächsischen Polizeigesetzes war unser Mitarbeiter Sebastian Kirschner von der Landtagsfraktion der BündnisGrünen vergangene Woche zu einem Podiumsgespräch ins „Grüne Quartier“ im Leipziger Osten eingeladen.  Zusammen mit dem innenpolitischen Sprecher der BündnisGrünen im Landtag  Valentin Lippmann und der Sächsischen Datenschutzbeauftragten Dr. Juliane Hundert sollte die Veranstaltung vor allem über die vielen Neuerungen der Gesetzesvorlage informieren, gleichzeitig aber auch deren rechtliche Verhältnismäßigkeiten und Fallstricke hinterfragen.

Der Sächsische Verfassungsgerichtshof hatte 2024 zentrale Vorschriften des seit 2020 geltenden sächsischen Polizeirechts  für teilweise verfassungswidrig und nicht vereinbar mit der Verfassung des Freistaates erklärt. Vor diesem Hintergrund musste das Gesetz zeitnah überarbeitet werden. Im Podiumsgespräch wurde sehr schnell deutlich, dass aus der angestrebten Verfassungskonformität eher eine potentielle Gesetzesverschärfung geworden ist. Die Frage, wieviel Gefahrenabwehr die freiheitliche Gesellschaft überhaupt verträgt, stand daher sinnbildlich über der Diskussion zum Gesetzesentwurf der Regierung. Der sieht u.a. den Ausbau der Quellen-TKÜ, das verdeckte und automatisierte Scannen von KFZ-Kennzeichen und den Einsatz sogenannter Taser vor. Größter Kritikpunkt am Gesetz ist aber der Einsatz Künstlicher Intelligenz zur automatisierten Datenanalyse, z.B. im Rahmen intelligenter Videoüberwachung, biometrischer Echtzeit-Fernidentifizierung und dem nachträglichen Abgleich mit biometrischen Daten aus dem Netz.

Zentral in der Diskussion mit dem Publikum war vor allem, die Frage, was das neue Gesetz mit seinen eher unscharfen und erweiterten Regelungen mit den Menschen macht. Fußballfans waren hier nur ein Beispiel, für eine Personengruppe, auf die die Verschärfungen im Rahmen der Gefahrenabwehr angewendet werden könnten. Neben der Erosion polizeilicher Eingriffsschwellen, dem Aufbau einer riesigen Datenmenge und der Quasi- Infragestellung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung kam auch zur Sprache, dass die neuen Anwendungsbausteine im Polizeirecht eher zur allgemeinen Verunsicherung beitragen könnten. Vor allem bei jungen Menschen, so der Tenor, stellen die „Überwachungsszenarien“ etwas mit dem Gerechtigkeitsempfinden an. Umso wichtiger ist es auch für uns als Fanprojekte, die stark emotionalisierte Debatte rund um innenpolitische Verschärfungen – egal ob im Stadion oder anderswo – wieder zurück auf eine sachliche Ebene zu führen.

Bildnachweis: Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Jugendfahrt nach Hamburg

Am 27. Februar machten wir uns – trotz streikendem Nahverkehr – pünktlich vom Fanprojekt aus auf den Weg nach Hamburg. Nachdem alle „Muttizettel“ eingesammelt und die Teilnahmebeiträge geklärt waren, starteten wir zügig in Richtung Norden. Die Anreise verlief reibungslos, sodass wir gegen 20:30 Uhr im Hotel in Hamburg einchecken konnten.

Nach dem Beziehen der Zimmer ging es gemeinsam auf die Suche nach einem Abendimbiss, um die hungrigen Mägen zu stillen. Den restlichen Abend verbrachten wir zusammen in der Hotellobby, besprachen den kommenden Tag und ließen den Abend bei Brett- und Kartenspielen entspannt ausklingen.

Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme auf. Unterwegs sammelten wir auf St. Pauli unseren Studientagebegleiter Bernd ein – auch in Hamburg stand der öffentliche Nahverkehr an diesem Tag still.

Nach unserer Ankunft begann der Studientag im Besucherzentrum mit einer Vorstellungsrunde und einer Einführung in den Tagesablauf. Im Anschluss besuchten wir die Dauerausstellung zum Lager. Im gemeinsamen Dialog vermittelte Bernd zentrale Informationen zur Entstehung des Lagers, zu den dort inhaftierten Menschen sowie zu deren Herkunft. Besonders eindrücklich waren die Berichte über die miserablen Lebensbedingungen: Hunger, Zwangsarbeit, katastrophale hygienische Zustände und die extrem geringen Überlebenschancen prägten den Alltag der Häftlinge.

Im weiteren Verlauf arbeiteten die Jugendlichen eigenständig an Biografien einzelner Häftlinge. Unter Leitfragen wie „Woher kam die Person?“ und „Welches Schicksal erlitt sie im Lager?“ wurden persönliche Geschichten erarbeitet und anschließend vorgestellt. Dieser Austausch führte zu intensiven Gesprächen und einem tieferen Verständnis für individuelle Lebenswege und Leidensgeschichten.

Anschließend erkundeten wir das Außengelände der Gedenkstätte. Dabei wurde deutlich, wie groß das Lager war, wie wenig Baracken für die vielen Inhaftierten zur Verfügung standen und wie die Zwangsarbeit organisiert wurde. Besonders beeindruckend war die Besichtigung der ehemaligen Ziegelbrennanlage, die ein zentrales Element der Zwangsarbeit im Lager darstellte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Auseinandersetzung mit den Tätern. In einer Ausstellung beschäftigten wir uns mit den Biografien von SS-Angehörigen und Aufsehern – vor, während und nach der NS-Zeit. Dabei wurde deutlich, wie viele von ihnen nach 1945 kaum oder gar nicht zur Rechenschaft gezogen wurden und sich ein neues Leben aufbauen konnten.

Zum Abschluss des Studientages thematisierten wir ein ungewöhnliches, zugleich sehr ambivalentes Thema: Sport im Konzentrationslager. Fußballspiele und Boxkämpfe fanden tatsächlich statt – allerdings unter völlig anderen Bedingungen als heute. In Gruppen erarbeiteten wir, wie solche Spiele organisiert wurden und welche Funktion sie erfüllten. Schnell wurde klar, dass diese Wettkämpfe oft der Unterhaltung der Aufseher dienten und stark von den Hierarchien im Lager geprägt waren. Dennoch konnten sie für einige Häftlinge eine kurze Ablenkung vom grausamen Alltag darstellen.

Den emotionalen Abschluss bildete der Besuch im „Haus der Stille“. Dort sind die Namen tausender dokumentierter Todesopfer auf Stoffbändern festgehalten – rund 25.000. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer in Neuengamme und den dazugehörigen Außenlagern auf etwa 45.000 geschätzt.

Besuch des Bundesligaspiels HSV – RBL

Nach diesem intensiven Tag kehrten wir ins Hotel zurück und ließen den Abend bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch ruhig ausklingen.

Am nächsten Morgen checkten wir aus und machten uns auf den Weg zum Hamburger Hafen, wo wir eine kurze Fährfahrt unternahmen. Danach stand noch eine gemeinsame Bowlingrunde auf dem Programm, bevor wir zum Spiel Hamburger SV gegen RB Leipzig aufbrachen.

Im Stadion trafen wir auf weitere Fans und der Spielbesuch stellte einen stimmigen Abschluss eines intensiven und ereignisreichen Wochenendes dar.

Wir danken der Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung, der Stadt Leipzig sowie einigen privaten Spendern für ihre Förderung und finanzielle Unterstützung!

Projektdokumentation gegen Antisemitismus erschienen

Anfang März ist die Broschüre „Leutzscher Juden – zu Antisemitismus und jüdischer (Un)Sichtbarkeit im Fußball“ erschienen. Die kleine Publikation bildet den Abschluss einer Veranstaltungs- und Workshopreihe, die sich mit Antisemitismus und jüdischen Lebenswirklichkeiten im Fußball auseinandersetzt und die vom Fanprojekt zusammen mit Fans der BSG Chemie im letzten Jahr organisiert und umgesetzt wurde. In den Beiträgen des Heftes – u.a. von Britt Schlehahn, Monty Ott, Ruben Gerczikow und den Herausgeber:innen – geht es daher viel um eine zeitgemäße Erinnerungskultur, um „Jüdischsein“ im Fußball und die Frage, wie man aktuellen Formen des Judenhasses auf den Rängen begegnen kann. Das Heft liegt bei uns im Fanprojekt aus und ist kostenfrei.

Fanprojekt Leipzig (Hg.): „Leutzscher Juden“ – Eine Projektdokumentation zu Antisemitismus und jüdischer (Un)Sichtbarkeit im Fußball. 64 Seiten. Gefördert vom Programm „Weltoffenes Sachsen“ sowie von der DFB-Kulturstiftung und der Amadeu-Antonio-Stiftung.      

Virtual Reality-Projekt zum Thema Depression

Zusammen mit der Robert-Enke-Stiftung und dem Universitätsklinikum Leipzig (UKL) rückt bei der BSG Chemie Leipzig auch in diesem Jahr mit einem Aktionswochenende das Thema Psychische Gesundheit in den Fokus.

Dazu ist die Robert-Enke-Stiftung am 21.03.2026, dem Vortag des Heimspiels gegen den FSV Luckenwalde, mit ihrem Virtual Reality-Projekt „IMPRESSION DEPRESSION“ im Universitätsklinikum Leipzig präsent. Bis zu 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer können mit VR-Unterstützung, Bleiweste und Kopfhörern erfahren, wie sich typische Symptome einer depressiven Erkrankung anfühlen können.

Zwei VR-Simulationen stehen bereit:

  1. als depressive Person in deren eigenen vier Wänden
  2. als an Depressionen leidender Fußballspieler in der Umkleidekabine

 

Wann: Samstag, 21.03.2026

Wo: Universitätsklinik Leipzig, Psychiatrische Klinik (Semmelweißstraße 10, Haus 13, 04103 Leipzig)

Anmeldung unter: https://tinyurl.com/depression-impression-2026

Von 9 bis 15 Uhr stehen sechs jeweils einstündige Zeitslots zur Verfügung. Pro Zeitslot sind zu bis zu zehn Anmeldungen möglich.

 

Darüber hinaus werden die Robert-Enke-Stiftung, das UKL und verschiedene Leipziger Vereine beim Heimspiel gegen Luckenwalde mit Infoständen vor Ort im AKS sein und Einblicke in das gesellschaftlich und vor allem im Leistungssport noch immer wenig beachtete Thema geben.

https://www.chemie-leipzig.de/2026/03/11/rund-ums-luckenwalde-heimspiel-gemeinsames-aktionswochenende-zu-psychischer-gesundheit/

 

Qualitätssiegel für professionelle Fanarbeit: Fanprojekt Leipzig zum 3. Mal zertifiziert

Ausgezeichnete Fanarbeit mit hohen Qualitätsstandards: Das Fanprojekt Leipzig erhielt am 8. Dezember 2025 das Qualitätssiegel der KOS (Koordinationsstelle Fanprojekte) für professionelle Fanarbeit im Fußball. Damit hat das Team in Leipzig zum dritten Mal in Folge die Qualitätsüberprüfung, die alle drei Jahre im Rahmen des Nationalen Konzepts für Sport und Sicherheit (NKSS) fällig ist, erfolgreich abgeschlossen.

Das Qualitätssiegel wurde durch Philipp Beitzel von der KOS in der Beiratssitzung an Fanprojektleiter Dr. Christian Kohn überreicht. Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von Vicki Felthaus, der Beigeordneten für Jugend, Schule und Demokratie der Stadt Leipzig statt. Zweimal im Jahr trifft sich diese Runde. Neben Christian Kohn waren auch Vera Kalkhoff, Geschäftsleitung Jugendarbeit | Bildung | Projekte bei Outlaw und Steffen Kröner, Berater des Fanprojekts und ehemaliger Geschäftsleiter bei Outlaw dabei. Vertreten ist außerdem das Jugendamts der Stadt Leipzig, das Innenministerium des Landes Sachsen, der DFB und die DFL, das Ordnungsamt, die Polizei, die unabhängige Wissenschaft und die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) sowie die Stadtratsfraktionen, um sich zum aktuellen Stand der Fanprojektarbeit in Leipzig auszutauschen.

„Ich freue mich sehr, dass nach einem wirklich schwierigen Jahr wegen einer für uns bis zum Sommer wirklich herausfordernden Finanzierungssituation unser Fanprojekt nun zum Ende des Jahres nicht nur finanziell gut dasteht, sondern wir auch – mittlerweile zum dritten Mal – bescheinigt bekommen haben, dass wir am Standort qualitativ auf sehr hohem Niveau arbeiten“, unterstreicht Christian Kohn und weist auf die schwierige finanzielle Lage aufgrund geplanter Kürzungen bei Förderungen für das Fanprojekt hin. „Umso wichtiger war das Signal, dass die Landesförderung für die Jahre 2025 und 2026 nicht gekürzt, sondern sogar erhöht wurde. Das zeigte, wie wichtig die Arbeit der Fanprojekte in Sachsen eingeordnet wird.“
Mehr dazu in unserem Blogtext.

Auch Vera Kalkhoff war als zuständige Geschäftsleitung des Arbeitsfelds bei Outlaw vor Ort in Leipzig dabei und gratulierte Fanprojektleiter Christian Kohn und seinem Team für die erneute Verleihung des Qualitätssiegels: „Das  KOS-Qualitätssiegel steht für überprüfte, fachlich fundierte Fansozialarbeit. Es verbindet externe Evaluation mit kontinuierlicher Qualitätsentwicklung und stärkt Fanprojekte als anerkannte Akteure der Jugendhilfe im Fußballumfeld.“ Im Mittelpunkt der Evaluation stehen etwa die Fachlichkeit des jeweiligen Teams, die finanzielle wie sachliche Ausstattung, die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fanszenen sowie die Belastbarkeit des Netzwerkes, das neben den Bezugsvereinen Sicherheits- und Jugendhilfeinstitutionen der Stadt miteinschließt.

„Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen hält das Team in Leipzig diese Qualität seit Jahren aufrecht und leistet professionelle, nachhaltige Arbeit! Das Fanprojekt beweist damit, dass die Fansozialarbeit in Leipzig fachlich fundiert sowie jugendhilferechtlich verankert gearbeitet wird und angemessen ausgestattet ist. Das ist so wichtig, denn die Fansozialarbeit ist akzeptierte, lebensweltorientierte präventive Jugendarbeit“, ergänzt Vera Kalkhoff.

Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“

Das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ wurde 2010 eingeführt und 2012 im NKSS verankert. Die Arbeit der Fanprojekte wird regelmäßig alle drei Jahre mit einem eigens für die 71 Standorte entwickelten Qualitätssiegelprozess durch das unabhängige Evaluierungsinstitut CEVal überprüft und ausgewertet. Im Anschluss berät die AG Qualitätssicherung, in der Vertreter:innen, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Obersten Landesjugend- und Familienbehörden, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte, des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga, der Deutschen Sportjugend, der Koordinationsstelle Fanprojekte sowie der unabhängigen Wissenschaft sitzen, über die Vergabe des Siegels. Weiter Infos gibt es hier.

Auftakt der Standortbegleitung für den neuen Lernort Stadion in Chemnitz

Am 18.11.25 führten wir im Rahmen der Standortbegleitung von Lernort Stadion den ersten Meilensteinworkshop mit dem neuen Lernort „Bildung Fischerwiese – Verein(t) lernen“ in Chemnitz durch.

Wir wünschen dem Lernort in Chemnitz viel Erfolg bei der Umsetzung aller Vorhaben und freuen uns, die Kolleg*innen im kommenden Jahr dabei begleiten zu dürfen!

Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG): Die Stadien sind sicher und die Fans zeigen eine große Verantwortung!

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) beobachtet die Diskussion um die Stadionsicherheit seit geraumer Zeit und sieht sich gezwungen, die aktuellen Verlautbarungen und Vorhaben einzuordnen und zu kommentieren.

Erstens: wir halten die am 18. Oktober 2024 geäußerte Grundannahme, dass die Sicherheit in den Fußballstadien nicht ausreichend gewährleistet ist, für falsch:
Die in den vergangenen drei Jahren stark steigenden Zuschauer*innenzahlen dokumentieren, dass sehr viele Menschen ohne Angst in die Stadien strömen. Auch die Zunahme bei den jüngeren Altersgruppen spricht dafür. Die von der Deutschen Fußballliga (DFL) in Auftrag gegebene Umfrage belegt ebenso, dass sich über 90% der Stadionbesucher*innen sicher fühlen. Zudem zeigen die aktuellen Polizeistatistiken (ZIS Bericht Oktober 2025), dass trotz steigender Zuschauerzahlen die Gewalttaten und Verletztenzahlen beim Fußball abnehmen und sogar weniger Polizeibeamte eingesetzt werden mussten. Folglich sind die Fußballstadien in Deutschland sicher!

Zweitens finden wir es problematisch, dass die Innenminister- und Sportministerkonferenzen das für die angesprochenen Themen zuständige Gremium (NASS), in dem sie jeweils mit Sitz und Stimme vertreten sind, umgehen und in einer Parallelstruktur (BloAG) intransparent Dinge erarbeiten, die originär im Nationalen Ausschuss Sport und Sicherheit (NASS) behandelt werden müssen. Der NASS wurde vor über 30 Jahren eingerichtet, um die Stadien sicherer und vielfältiger zu machen. Die BAG der Fanprojekte ist ein beratendes Mitglied. Die Entwicklung rund um die Fußballstadien zeigt, dass diese Arbeit auf breiter Front erfolgreich ist.

Die angedachten Maßnahmen ignorieren die Erfolge der letzten drei Jahrzehnte!

Drittens ist es fragwürdig, dass zum wiederholten Mal die Fans als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt nicht miteinbezogen wurden. Auch wenn diese seit vielen Jahren konstruktiv an den Themen (u.a. Stadionverbote, Pyrotechnik) arbeiten, wird auf deren Expertise verzichtet, obwohl deren Einbindung auf der Pressekonferenz des Sicherheitsgipfels am 18.10.2024 angekündigt wurde.

Fans sind sich ihrer Verantwortung für alle im Stadion bewusst und sie tun alles, um die nicht organisierten Zuschauer*innen mitzunehmen. Flugblätter, selbst gefertigte Spieltagshefte und Fanzines gibt es in fast jedem Stadion. Club-Fan-Dialog-Formate sind in den ersten drei Ligen Pflichtaufgabe der Vereine und werden dort, wo sie einladend gestaltet werden, gerne angenommen. Die Verbände haben ihre eigenen Dialog-Formate und arbeiten daran, diese stetig zu verbessern. Es gibt die Kommission Fans und Fankulturen im DFB, in der von den Fanorganisationen engagiert diskutiert und gestritten wird, immer darum bemüht, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Auch die BAG der Fanprojekte ist Teil der oben genannten Kommission und steht seit Jahrzehnten für Dialog und Erfahrungswissen.

Mit der Demonstration unter dem Motto „Der Fußball ist sicher!“ am 16.11.2025 in Leipzig, zu der innerhalb von wenigen Tagen eine fünfstellige Zahl an Teilnehmenden aus ganz Deutschland mobilisiert wurde, setzten die Fanszenen ein starkes Zeichen für ein sicheres Stadionerlebnis und ihre Fankultur und brachten ihre Anliegen für Fan- und Bürgerrechte demokratisch auf die Straße.

Wir begrüßen die Forderungen der Fans nach Versachlichung der Debatte und plädieren dafür, dass die Diskussion da geführt wird, wo sie hingehört. Automatische bundesweite Stadionverbote bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens und personalisierte Eintrittskarten tragen nicht zur Verringerung der Polizeieinsatzstunden bei.

Kontakt für Rückfragen: info@bag-fanprojekte.de