Vortrag zu Fankultur in Stockholm

Am 06.12.2025 organisierte das Fanprojekt Leipzig einen Vortrag mit Daniel Hommrich zum Thema „Fankultur in Schweden – Ultras in Stockholm“ im Bruno-Plache-Stadion. Vor knapp 50 Fans berichtete Daniel als leidenschaftlicher Fan und Allesfahrer des schwedischen Erstligisten Hammarby IF über den schwedischen Fußball,  die dortigen Verbände, das Verhältnis der Fans zu Politik und Polizei, die anderen schwedischen Fanszenen, sowie besondere Spielen und den schwedischen Frauenfußball. Darüber hinaus griff Daniel in seinem Vortrag Traditionen und Kuriositäten als auch Groundhopping im schwedischen Fußball auf. Wir danken Daniel an dieser Stelle für die interessanten Einblicke und den offenen Austausch.

Ein Dank soll an dieser Stelle auch an den Gesellschaftsspiele e.V. ausgesprochen werden, über den der Kontakt zu Daniel letztlich entstand.

Bildungs- und Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz/Krakau

Vom 30.06.2025 bis 04.07.2025 konnte das Fanprojekt Leipzig für den Arbeitsbereich Lokomotive eine mehrtägige Bildungsfahrt zum Thema Erinnerungskultur und Antisemitismus anbieten. Im Rahmen der fünftägigen Reise gab es einen mehrtägigen Aufenthalt in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oświęcim, wo die 15 jungen Lok-Fans an Workshops sowie an zwei vor- und nachbereiteten Führungen durch die Gedenkstätte Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau teilnahmen. Trotz hochsommerlicher Temperaturen konnte das geplante Programm erfolgreich durchgeführt werden. Einen runden Abschluss fand die Bildungsfahrt mit einer Übernachtung in Krakau, wo neben einem Besuch des jüdischen Viertels im Stadtteil Kazimierz auch das vielfältige gastronomische und kulturelle Angebot der Stadt entdeckt werden konnte.

Mit neuen Eindrücken, aber auch geschafft von den warmen Sommertagen in Polen ging es mit der Reisegruppe zurück nach Leipzig.

Wir danken an dieser Stelle dem internationalen Bildungs- und Begegnungswerk, der DFB-Kulturstiftung und dem Weltoffenen Sachsen (WOS) für die Förderung und Ermöglichung der Bildungsfahrt.

 

Das Bruno-Plache-Stadion als Ort lebendiger Geschichte: Projektgruppe holt den Jugendgeschichtspreis

Am 22.11.2024 gelang es der blau-gelben Projektgruppe nicht nur erfolgreich, das Projekt „Das Bruno-Plache-Stadion als Ort lebendiger Geschichte“ im sächsischen Landtag vorzustellen, sondern auch den Jugendgeschichtspreis zu gewinnen. Die Projektgruppe setzte sich innerhalb des Projekts mit historischen Meilensteinen des 1. FC Lokomotive Leipzig auseinander und begab sich so u.a. auf eine Spurensuche hinsichtlich der Geschichte jüdischer Mitglieder des Vereins, des BRUNO-PLACHE-STADIONS, der Person BRUNO PLACHE und der Repressionen von Lok-Fans durch die Staatssicherheit.

Die Arbeitsergebnisse zu den einzelnen Themenschwerpunkten des Projekts wurden zuerst innerhalb einer Broschüre festgehalten, abrufbar unter lok-leipzig.com/fileadmin/user_upload/documents/Auf_Spurensuche_im_BPS_digital.pdf. Finalisiert wurde das Projekt durch die Aufstellung von sechs Gedenktafeln im Bruno-Plache-Stadion.

Durch diese Form der Darstellung ausgewählter Vereinsbiografien und Ereignisse soll einerseits eine kritische Schärfung des Blickes für die Gegenwart unternommen werden. Andererseits soll verdeutlicht werden, dass Geschichte als Ko-Produkt menschlicher Einflussnahme zu verstehen ist. Die Sichtbarmachung dieser von Menschen hinterlassenen geschichtlichen Spuren soll zukünftig anhand von Gruppenführungen gelingen, die den geschichtlichen Meilensteilen der Gedenktafeln folgen.

Das Fanprojekt Leipzig bedankt sich bei allen Akteuren und Akteurinnen, die das Projekt unterstützt und gefördert haben. In erster Linie gilt ein großer Dank der Sächsischen Jugendstiftung, ohne deren finanzielle Förderung die Umsetzung des Projekts nicht stemmbar gewesen wäre sowie dem 1. FC Lokomotive Leipzig, der die geschichtliche Sichtbarmachung im Bruno-Plache-Stadion ermöglichte.

 

 

Gedenkstättenfahrt nach Dachau: Eine Führung mit Klaus Schulz

Am 29.11.2024 machte sich eine kleine Gruppe junger Lokfans auf den Weg nach München. Neben einer abendlichen Stadtteilführung in Giesing, die auf die Schicksale von Zwangsarbeit im Nationalsozialismus Bezug nahm, stand an diesem Wochenende das Thema Erinnerung und Sport im Fokus.

Am 30.11 hatten wir die Möglichkeit von Klaus Schulz durch die Gedenkstätte Dachau geführt zu werden. Während der Führung bei winterlichen Tieftemperaturen stand unter anderem das Thema Erinnerung an Menschen und Schicksale über Fußball als Bindeglied in Vordergrund: Fußball also in seinem Bedeutungsaspekt als seltener Moment des Menschseins. Denn gerade in der entmenschlichenden Lebensrealität von Konzentrationslagern vermochte der Fußball unter den Häftlingen Grenzen zu überwinden, ein Gefühl von Menschenwürde und Gemeinschaft zu vermitteln, einander zu verbinden, Barrieren zu überwinden und eine Kultur von Respekt und Verantwortung zu schaffen, wenn auch nur für den Moment. Schulz verwies in diesem Kontext auf Quellen, die das Austragen von Fußballturnieren im KZ Dachau zwischen den Häftlingen belegten. Für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen war dies eine neue Perspektive auf das Thema Fußball im Kontext von Erinnerungsarbeit.

Einen runden Abschluss fand die Bildungsfahrt in München mit dem Spielbesuch 1860 München gegen Hansa Rostock, bevor mit neuen Eindrücken die Heimreise nach Leipzig angetreten wurde.

Wir danken an dieser Stelle der Deutschen Sportjugend für die finanzielle Förderung der Bildungsfahrt.

Ultras in Syrien – Ein Vortrag von Nadim Rai

Am 08.05.2025 durfte das Fanprojekt Leipzig Nadim Rai in der Messestadt begrüßen. Nadim thematisierte in seinem Vortrag vor rund 100 Fans den seit rund 14 Jahren tobenden blutigen Bürgerkrieg in Syrien, warum dieser die syrischen Fußballfans sowie die Ultrà-Szene nicht klein zu kriegen vermag und die Freude am Fußball nicht verloren gehen lässt.

Weiter beschrieb Nadim in seinem Vortrag nicht nur das Phänomen einer einenden Liebe zum Fußball und zum eigenen Verein, die Ultras auf der ganzen Welt mit Leben füllen, sondern auch Ihre Wirkung auf eine gespaltene Gesellschaft in Syrien.

Wir danken an dieser Stelle Nadim nochmals für die spannenden Eindrücke als auch Diskussionen und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg.

Stadtrundgang: Lokfans auf den Spuren jüdischen Lebens in Leipzig

Am 28.12.2023 begaben sich zwei Gruppen von jeweils 20 Lokfans auf einen Stadtrundgang mit dem Ziel, bedeutende Orte jüdischer Geschichte in Leipzig näher kennenzulernen und die Spuren der Geschichte im eigenen Stadtbild bewusster wahrzunehmen.

Die zweistündige Führung ging von der alten Synagoge über die Wohnhäuser bekannter jüdischer Persönlichkeiten bis hin zu den Standorten ehemaliger jüdischen Handelszentren, die Leipzig als Messestadt prägten.

Die Gruppe sammelte Eindrücke von der tiefen Verwurzlung der jüdischen Gemeinde in Leipzig, aber auch von den dramatischen Einschnitten, die das jüdische Leben während der NS-Zeit erfahren musste. Der Status Quo heute in Leipzig: eine aktive jüdische Gemeinde in Leipzig unter dem Dach einer neuen Synagoge und eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen. Am Holocaust-Mahnmal endete die Führung. Das Mahnmal erinnert mit 140 Stühlen an die jüdischen Opfer und an die von Faschisten niedergebrannte alte Synagoge.