Sport, Geschichte und Verantwortung – Einladung zum Vernetzungstreffen historisch-politische Bildungsarbeit im Sport

Liebe Kolleg*innen, Sportbegeisterte, Interessierte,
hiermit laden wir Euch herzlich zum 4. Vernetzungstreffen historisch-politische Bildungsarbeit im Sport ein, welches in diesem Jahr erstmals in Ostdeutschland stattfinden wird.

Mit einem Programm aus theoretischen Impulsen, praxisorientierten Workshops und viel Raum für Austausch und Vernetzung möchten wir die Gelegenheit für Wissenstransfers und das Knüpfen langfristiger, bereichernder Verbindungen innerhalb der Sportgemeinschaft schaffen. Eingeladen sind alle, die an der Verknüpfung von Sport und Politik interessiert sind, insbesondere Fußballfans, Ehrenamtliche aus dem Sport sowie Vertreter*innen von Verbänden und Vereinen. Da es am Samstag eine Art „Messe“ zur Vorstellung von gelingenden Projekten geben wird, laden wir Euch auch dazu ein, Informationsmaterialien mitzubringen. Für Menschen, die Reise- und Übernachtungskosten nicht über die Arbeit abrechnen können, gibt es die Möglichkeit eines Zuschusses. Die Veranstaltung selbst ist kostenfrei.

Wir bitten um Anmeldung zur Veranstaltung über folgenden Link.

Dort findet ihr auch Informationen zur Übernachtungsmöglichkeit und könnt euch bereits für einen Workshop anmelden.

Die Hotelbuchung über den Link (Anmeldungsformular) ist nur bis zum 28.09.2025 möglich, danach müssen Hotelzimmer selbstständig gebucht werden. Die Anmeldung zur Teilnahme an der Veranstaltung ist bis zum 23.10.2025 möglich.

 

Fragen und Hilfe zur Anmeldung unter:

fanprojekt.leipzig[at]outlaw-ggmbh.de

oder telefonisch:

0341 24775006

 

Im Folgenden findet Ihr eine Übersicht über Programm und Workshop – Angebot:

Veranstaltungsort
Universität Leipzig
Erziehungswissenschaftliche Fakultät – Haus 3
Marschner Straße 31
04109 Leipzig

 

Programmübersicht

Freitag, 24.10.2025

ab 13:00 Uhr: Ankommen (Snack)
14:00 Uhr: lockerer Stadtteil-Rundgang mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit im Leipziger
Westen (optional)
15:30 Uhr: Pause (Kaffee/Kuchen)
16:00 Uhr: Begrüßung und offizieller Beginn
16:30 Uhr: Impulsvorträge und Podium zu Funktionen von Sport in der NS-Diktatur
Referent*innen: Veronika Springmann (Sportmuseum Berlin), Andreas Kahrs (What Matters), Paula
Scholz (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)
18:30 Uhr: gemeinsames Abendessen (auf Selbstzahlbasis)

Samstag, 25.10.2025

10:00 Uhr: parallele Workshops
13:00 Uhr: Pause (Mittagessen)
14:00 Uhr: „Messe“ für Projektpräsentation und Vernetzung
15:00 Uhr: gemeinsamer Abschluss mit Tischgesprächen
16:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

 

Workshop-Angebot

Workshop 1: Fußball als Lernraum – digitale Zugänge zu Geschichte und Gegenwart
Referent*in: Arolsen School
Inhalte:
In unserem digitalen Lernmodul nehmen wir junge Menschen mit auf eine virtuelle Reise über die Oberfläche eines Fußballs – und stellen dabei eine zentrale Frage: Wer darf eigentlich mitspielen? Anhand der Schwerpunkte Vereinsleben, Nationalismus und Fankultur thematisieren wir Zugehörigkeit und Ausgrenzung im Fußball – aus historischer und gegenwartsbezogener Perspektive. Im Fokus stehen Biografien von Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden. Dabei fragen wir auch: Welche Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus lassen sich über das gesellschaftliche Großphänomen Fußball bis heute erkennen? Das Modul verknüpft die Lebenswelt junger Menschen mit historischem Wissen und lädt zur kritischen Auseinandersetzung und Selbstreflexion ein. Im Workshop stellen wir auch Funktionen der digitalen Bildungsplattform vor mit einem Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel von digitalen Tools und analogen Lernräumen. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, wie das Modul in der außerschulischen Bildungsarbeit – etwa in Fanprojekten, Jugendzentren oder Vereinen – zielgruppengerecht und praxisnah eingesetzt werden kann.

Workshop 2: Erinnerungsarbeit und Social Media
Referent: Alexander John Bolton (Gedenkstätte Buchenwald)
Inhalte:
Der Workshop beschäftigt sich mit der Verbindung von historisch-politischer Bildungsarbeit mit Social Media – Plattformen wie Instagram und zeigt dabei Möglichkeiten der digitalen Erinnerungsarbeit auf – zum Beispiel die Produktion von niedrigschwelligen Instagram-Reels für Gedenkstätten. Dabei geht es auch um die gesellschaftliche Relevanz der Sozialen Medien – gerade im Kontext von Sport, Fankultur und zivilgesellschaftlichem Engagement.

Workshop 3: Vorstellung der Bildungsmaterialien „Sport in nationalsozialistischen
Konzentrationslagern“
Referent*innen: Veronika Springmann (Sportmuseum Berlin), Andreas Kahrs (What Matters)
Inhalte:
Sport hat viele Aspekte. Sport kann Vergnügen sein, aber auch Qual. Die Bildungsmaterialien „Sport in nationalsozialistischen Konzentrationslagern“ geben die Möglichkeit sich mit diesen Phänomen im Konzentrationslager zu beschäftigen. Sie zeigen darüber hinaus einen Weg auf, wie Sport zu einem Ausgangspunkt werden kann, um etwas über die Geschichte des Nationalsozialismus und der nationalsozialistischen Konzentrationslager zu erfahren.

 

Wir freuen uns auf ein bereicherndes Vernetzungstreffen mit Euch!

 

Diese Veranstaltung wird organisiert von:

Fanprojekt Leipzig | Lernkurve Leipzig | IVF Leipzig | Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig | Gedenkstätte Mittelbau-Dora | Universität Leipzig – Sportwissenschaftliche und Erziehungswissenschaftliche Fakultät | sLAG – Sächsische Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus

Außerdem wird sie gefördert durch:

DSJ – Deutsche Sportjugend gefördert vom BMI aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und PFiFF – Deutsche Fußball Liga 

Anmeldeformular

„Erinnert euch!“ – Chemiefans in Auschwitz und Krakau

Die Erinnerung an die Shoah wach zu halten und Antisemitismus in seinen historischen und tagesaktuellen Formen zu verstehen und zu problematisieren –  das ist ein wichtiges Ziel politisch-historischer Bildungsarbeit.  Anfang August waren wir deshalb mit 13 jugendlichen Fans der BSG Chemie Leipzig auf einer erinnerungspolitischen Gedenkstättenfahrt in Polen. In Kooperation mit der Internationen Jugendbildungsstätte Oswiecim und dem Galicia Jewish Museum in Krakau haben wir ein umfangreiches und dichtes Programm zusammengestellt. Drei Tage lang haben wir uns intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt, der weltweit am meisten für die Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus steht: in Workshops, mit individuellen Führungen durch das Stammlager und durch Birkenau, mit Reflexion und vielen intensiven Gesprächen. Die Jugendbildungsstätte Oswiecim war dafür ein geeigneter Ort mit super- kompetenten Menschen, die uns sehr einfühlsam und eindrücklich rund um das schwere Thema begleitet haben.

Anschließend ging es noch zweieinhalb Tage nach Krakau um das einstige und auch das heutige jüdische Leben der Stadt kennenzulernen. Die historischen Führungen durch Kazimierz und Podgorze – hier befand sich seit 1941 das ehemalige jüdische Ghetto – waren mehr als beeindruckend. Und auch die Besuche des Jüdischen Museums und weiterer Gedenkorte an die nationalsozialistischen Verbrechen in Krakau und Umgebung haben viel zum Verständnis beigetragen und deutlich gemacht, wie wichtig authentische Erinnerungsorte und Zeitzeug:innenschaft auch im digitalen Zeitalter sind. Die 5 Tage in Polen waren für alle Mitfahrenden sehr besonders, sie werden im Gedächtnis bleiben und die Erinnerung weiter wachhalten.

Ein besonderer Dank gilt den Förderinstitutionen, die die Reise mitfinanziert haben: der DFB-Kulturstiftung, dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk und seinem Programm „Jugend erinnert“ sowie dem Programm „Weltoffenes Sachsen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne ihre Unterstützung wäre diese eindrucksvolle Bildungsfahrt nicht möglich gewesen.

Gedenkstättenfahrt nach Oświęcim (Auschwitz)

Nach monatelanger Vorbereitung und mehreren Treffen unserer Vorbereitungsgruppe war es am 7. Juli 2025 endlich soweit: Unsere Reise nach Oświęcim, besser bekannt als Auschwitz, konnte starten.

Am Morgen trafen sich alle Teilnehmenden am Fanprojekt Leipzig, die letzten Unterlagen wurden geprüft und die Beiträge eingesammelt. Zwar sind von den ursprünglich geplanten 18 Plätzen nur 12 besetzt worden, aber die kleinere Gruppe hat sich letztlich als genau richtig erwiesen. Gegen Nachmittag erreichten wir die Internationale Jugendbegegnungsstätte (IJBS) in Oświęcim, wo wir freundlich empfangen wurden. Nach dem Einchecken und einer Einführung in die Arbeit der IJBS konnten wir den Tag ruhig ausklingen lassen und uns bei einem lockeren Abend in der Bibliothek und ein paar Runden Tischtennis auf die kommenden Tage einstimmen.

Am nächsten Morgen stand ein Workshop auf dem Programm, der uns intensiv auf den Gedenkstättenbesuch vorbereitete. Gemeinsam erarbeiteten wir Grundwissen über die Entstehung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, die Struktur des Lagerkomplexes und die unglaublichen Dimensionen der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Alte Fotografien, insbesondere aus dem sogenannten „Auschwitz-Album“, machten das Geschehene greifbarer. Diese Einführung war wichtig, um mit dem nötigen historischen und emotionalen Bewusstsein in den Gedenkstättenbesuch zu gehen.

Am Nachmittag folgte dann der Besuch des Stammlagers Auschwitz I. Eine fachkundige Referentin führte uns über das Gelände und durch die Ausstellungen, erklärte Hintergründe und Zusammenhänge und ließ uns an vielen Stellen einfach still werden. Besonders die Räume mit persönlichen Gegenständen der Ermordeten – Schuhe, Koffer, Haare – haben bei allen Teilnehmenden einen tiefen Eindruck hinterlassen. Es war still, bedrückend und gleichzeitig wichtig, das alles zu sehen. Am Abend nutzten wir die Zeit, um in der Gruppe über unsere Eindrücke zu sprechen, Fragen zu klären und auch einfach durchzuatmen.

Am darauffolgenden Tag besuchten wir das Gelände von Auschwitz-Birkenau. Dort, wo die meisten Menschen ermordet wurden, sind heute nur noch Ruinen der Baracken und Gaskammern zu sehen. Das riesige, offene Gelände, der Regen, die Weite und die Stille – all das machte deutlich, mit welcher Unfassbarkeit wir es hier zu tun haben. Viele der Jugendlichen stellten Fragen, wollten verstehen, diskutierten. Trotz des schweren Themas war spürbar, dass alle die Bedeutung des Ortes verstanden.

Am Nachmittag stand dann eine Stadtführung in Oświęcim selbst auf dem Programm. Dabei ging es um das frühere jüdische Leben in der Stadt – eine Geschichte von Nachbarschaft, Alltag und Kultur, die durch die Shoa ausgelöscht wurde. Heute erinnert kaum noch etwas daran.

Am Abend sprachen wir im Rahmen des Projekts Lediz über digitale Zeitzeug:innenschaft. Dabei ging es um die Frage, wie man Erinnerung heute, im digitalen Zeitalter, vermitteln kann – auch dann, wenn keine Zeitzeug:innen mehr persönlich berichten können. Zwei Wochen später griffen wir dieses Thema bei einem Workshop im Fanprojekt Leipzig wieder auf. Dort beschäftigten wir uns mit der Geschichte von Eva Umlauf, einer Auschwitz-Überlebenden, deren digitales Zeugnis wir über das Lediz-Portal erkundeten. Mithilfe Beamer und Leinwand konnten die Teilnehmenden ihr zuhören, Fragen stellen und so in einen digitalen Dialog treten. Das war eine ganz neue, teils ungewohnte, aber intensive Erfahrung. Auch wenn klar wurde, dass digitale Formate ein echtes Zeitzeug:innengespräch nicht ersetzen können, eröffnen sie neue Möglichkeiten, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen – besonders für junge Menschen.

Zum Abschluss der Fahrt besuchten wir Krakau. Eine Stadtführung durch die jüdischen Viertel Kazimierz und Podgórze zeigte uns, dass jüdisches Leben heute wieder lebendig ist – wenn auch ganz anders als vor dem Holocaust. Nach vielen Tagen voller Emotionen und schwerer Themen war das ein wertvoller Perspektivwechsel und ein schöner Abschluss.

Am letzten Tag stand dann kein fester Programmpunkt mehr auf dem Plan. Stattdessen nutzten wir die Zeit für eigene Erkundungen, bevor wir am Nachmittag die Heimreise antraten. Gegen 22 Uhr kamen wir erschöpft, aber voller Eindrücke und Gedanken wieder in Leipzig an.

Die Fahrt nach Oświęcim war eine intensive und nachhaltige Erfahrung – für alle Beteiligten. Sie hat Wissen vermittelt, vor allem aber Haltung gestärkt: gegen Antisemitismus, gegen Rassismus, gegen Gleichgültigkeit. Wir bedanken uns herzlich bei der IJBS Oświęcim, beim Projekt Lediz und bei allen Referent:innen für die großartige Zusammenarbeit – und ganz besonders bei unseren Teilnehmenden für ihr Engagement, ihre Offenheit und ihren Respekt.

Ein besonderer Dank gilt unseren Förderinstitutionen: PFiFF – dem Programm zur Förderung innovativer Fankultur des DFB, der DFB-Kulturstiftung sowie dem Programm „Weltoffenes Sachsen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne ihre Unterstützung wäre diese eindrucksvolle Bildungsfahrt nicht möglich gewesen.

Pfingstfahrt 2025 – Erholung, Wassersport und Kultur

Zur Vorbereitung unserer Pfingstfahrt haben wir uns im Fanprojekt mit allen teilnehmenden Jugendlichen getroffen. Bei diesem Treffen wurden die Aufgaben verteilt, der Ablauf der Fahrt noch einmal ausführlich besprochen und überprüft, ob alle über ausreichende Zeltausrüstung verfügen. Dabei stellte sich heraus, dass einige Schlafsäcke und Zelte fehlten – diese konnten wir glücklicherweise aus dem Fundus von Outlaw ausleihen. Außerdem legten wir gemeinsame Verhaltensregeln fest, sammelten die „Muttizettel“ der unter 18-Jährigen ein und sprachen über die geplanten Aktivitäten vor Ort.

Am Abreisetag trafen sich alle pünktlich am Fanprojekt. Wir verluden unsere Campingausrüstung in zwei Kleinbusse und einen PKW. Neben den persönlichen Dingen wie Zelt, Schlafsack, Isomatte und Rucksack nahmen wir auch einen großen Pavillon, einen Grill, mehrere Tische, Campingstühle und einige Sportartikel mit – so dass die Fahrzeuge bis unters Dach vollgepackt waren. Um 10 Uhr starteten wir wie geplant und erreichten nach etwa drei Stunden Fahrt gegen 13 Uhr unseren Campingplatz. Dort begannen wir sofort mit dem Aufbau des Lagers. Das Wetter zeigte sich zwar wechselhaft, blieb an diesem Tag jedoch weitgehend trocken.

Nicht alle Jugendlichen hatten Erfahrung mit dem Aufbau von Zelten, manche waren zuletzt als Kinder campen gewesen. Entsprechend benötigten einige Unterstützung, die sie durch erfahrenere Teilnehmende erhielten. Im Gespräch erzählten einige, dass sie gerade während der Corona-Jahre sehr darunter gelitten hatten, keine Camping-Erlebnisse zu haben. Nachdem die individuellen Zelte standen, bauten wir gemeinsam den Pavillon und die Tische auf. Anschließend erkundeten wir den Platz, bildeten kleine Teams und verbrachten den Nachmittag mit sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis, Fußball oder Federball. Eine Gruppe übernahm den Einkauf im örtlichen Supermarkt. Am Abend wurde gegrillt, Salate zubereitet und anschließend gemeinsam gegessen. Nach dem Aufräumen nutzten wir die Zeit für intensive Gespräche, Spiele und geselliges Beisammensein, bevor gegen Mitternacht Nachtruhe einkehrte.

Allerdings wurde die Nachtruhe durch laute Nachbarn gestört. Eine Person äußerte unter Alkoholeinfluss diskriminierende und rechtsextreme Parolen, was die Gruppe sehr betroffen machte. Die Jugendlichen reagierten jedoch besonnen und machten deutlich, dass dieses Verhalten nicht akzeptiert wird

Der Samstag begann früh: Um 7:30 Uhr standen wir auf, bereiteten das Frühstück vor und brachen um 9:30 Uhr zur Paddeltour nach Loket auf. Schon auf der Fahrt setzte Regen ein, der uns den ganzen Tag begleiten sollte. Vor Ort erhielten wir Zweier- und Dreierkanus, Schwimmwesten und Paddel, teilten die Gruppen ein und stiegen im strömenden Regen ein. Trotz der widrigen Bedingungen starteten alle Teilnehmenden mutig – bis eines der Boote kurz nach Beginn kenterte. Die betroffenen Jugendlichen standen völlig durchnässt im Wasser; zwei von ihnen entschieden, die Tour abzubrechen und wurden von einem Kollegen zurück zum Campingplatz gebracht. Glücklicherweise gab es keine Verletzungen und alle technischen Geräte blieben unbeschädigt.

Die Paddeltour dauerte insgesamt rund fünf Stunden, begleitet von wechselhaftem Wetter zwischen Starkregen und Sonnenschein. Mit einer kleinen Mittagspause zwischendurch konnten sich alle etwas stärken. Trotz der Anstrengung und der teilweise schwer steuerbaren Boote entschädigte die eindrucksvolle Landschaft des Egertals für vieles. Gegen 16 Uhr erreichten wir Karlovy Vary, mussten die geplante Stadtführung und das gemeinsame Abendessen dort jedoch auf den nächsten Tag verschieben, da alle völlig durchnässt waren.

Zurück am Campingplatz erwartete uns die nächste Herausforderung: Der Sturm hatte das Dach unseres Pavillons abgerissen, sodass alle Sitzmöglichkeiten durchnässt waren. Auch mehrere Zelte sowie Schlafsäcke und Isomatten hatten Schaden genommen. Dennoch entschieden sich die Jugendlichen, nicht abzubrechen. Im Gegenteil: Sie halfen sich gegenseitig, Zelte zu sichern, Kleidung zu verleihen und Notfall-Schlafsäcke und Decken zu verteilen. Zum Abendessen gingen wir gemeinsam ins Restaurant des Campingplatzes, wo wir bei warmem Essen die Paddeltour Revue passieren ließen und viele Anekdoten geteilt wurden. Der Abend klang entspannt aus, und die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, über vergangene und kommende Saisonaktivitäten zu sprechen, Spiele zu spielen und intensive Gespräche zu führen..

Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter weiter verschlechtert: Regen und starker Wind setzten uns und dem Material erneut zu. Nach dem Frühstück entschieden wir daher gemeinsam, die Fahrt um einen Tag zu verkürzen, da viele keine trockenen Sachen mehr hatten. Bevor es zurück nach Leipzig ging, nutzten wir jedoch noch die Gelegenheit für einen zweistündigen Besuch in Karlovy Vary. Auch ohne Führung erkundeten wir die Stadt und waren beeindruckt von der Architektur, den prachtvollen Kolonnaden und den historischen Bädern. Gerne hätten wir uns dort länger aufgehalten, doch das Wetter machte uns erneut einen Strich durch die Rechnung.

Am frühen Nachmittag traten wir schließlich die Rückreise an und kamen etwas erschöpft, aber voller gemeinsamer Erlebnisse, Eindrücke und guter Laune in Leipzig an.

Wir danken der Stadt Leipzig und dem Amt für Jugend und Familie für die Förderung dieser Maßnahme.

Jüdinnen und Juden im Leipziger Westen – ein besonderer Stadtteilrundgang auf den Spuren ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner

Ende Mai trafen sich Fans der BSG Chemie, um zusammen mit der Kulturwissenschaftlerin Britt Schlehahn die Spuren jüdischen Lebens im Leipziger Westen zu erkunden.

Leipzig verfügte in den 20er Jahren über die sechst-größte Gemeinde Deutschlands mit vielen tausend Gemeindemitgliedern. Persönlichkeiten jüdischen Glaubens prägten Wissenschaft, Kultur und Handel. Auf diese Blütezeit folgte der tiefe und zerstörerische Zivilisationsbruch in der Zeit des Nationalsozialismus mit der fast vollständigen Vernichtung der Gemeinde in der Shoah. Die Stadtteile Leutzsch, Lindenau und Plagwitz gehörten zwar nicht zu den Zentren jüdischen Lebens, trotzdem kann man bis heute viele Geschichten um Orte und Personen nachvollziehen. Ob es die jüdischen Kaufhäuser am Lindenauer Markt, der Karl-Heine-Straße oder das berühmte Kaufhaus Held in der Merseburger Straße sind, oder der Erinnerungsort an die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner in der Josephstraße 7. Oder die Stolpersteine auf der Georg-Schwarz-Straße, der Endersstraße oder der Demmeringstraße, die an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger erinnern sollen. Mit etwas Mühe kann einstiges jüdischen Leben wieder sichtbarer und erkennbarer gemacht werden.

Über zwei Stunden führte Britt Schlehahn kenntnisreich von einer Ecke zur nächsten, erzählte viel Wissenswertes über Personen, Häuser und Orte und problematisierte auch immer wieder das Nicht-Beschäftigen mit den einstigen Täterinnen und Tätern: Menschen die profitierten, die mitmachten, die enteigneten oder die denunzierten.

Der Stadtteilspaziergang ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die von der Amadeu-Antonio-Stiftung und der DFB Kulturstiftung gefördert wird und die noch bis Jahresende geht.

Zur momentan schwierigen finanziellen Situation des Leipziger Fanprojekts

Die durch die Presse gehenden Meldungen von drohenden oder schon vollzogenen Einsparungen im sozialen Bereich, die gerade viele zivilgesellschaftliche Initiativen und Träger der Sozialen Arbeit in Sachsen, aber auch bundesweit drastisch zu spüren bekommen, betreffen auch das Leipziger Fanprojekt. Wir bitten deswegen um Unterstützung.

Wie vielleicht bekannt sein dürfte, haben wir hier an unserem Standort eine bundesweit einmalige Situation: mit den Fanszenen von Chemie Leipzig, RB Leipzig und Lok Leipzig begleitet das Leipziger Fanprojekt gleich drei Bezugsfanszenen sozialpädagogisch – eine nicht immer ganz einfache Konstellation, in der wir es aber seit 2011 geschafft haben, intensive und belastbare Beziehungsebenen zu den Fanszenen und auch den Bezugsvereinen aufzubauen. Und auch im Netzwerk haben wir uns mittlerweile ein sehr gutes Standing erarbeitet.

Als vor 1 ½ Jahren sehr deutlich wurde, dass unsere Struktur verändert und die Finanzierung entsprechend angepasst werden muss, um weiterhin gut arbeiten und wirksam sein zu können, haben wir viele Gespräche mit unseren Finanzierungsgebern geführt, um DFB, DFL, Kommune und Land zu überzeugen, mehr Geld zur Verfügung zu stellen – und damit z. B. notwendige Stellenaufstockungen vollziehen zu können. Wir haben hierfür mit sehr viel Rücksicht auf die sich bereits anbahnenden schwierigen Haushaltslagen ein Konzept erstellt, das maßvolle Stellenaufwüchse und entsprechend verträgliche Etaterhöhungen vorsah. Wir haben in mehreren Treffen die Notwendigkeit der Stellenaufstockungen und Anhebung unserer Sachkostenfinanzierung dargelegt, aber auch die Konsequenzen, die unserer Einschätzung nach eintreten würden, sollte sich nichts an unserer Lage ändern. Leider ist seitdem nichts passiert, was zu einer substanziellen Verbesserung unserer Situation beigetragen hätte. Weder der Fußball noch die öffentlichen Hände haben Verantwortung übernommen, keiner ist den ersten konkreten Schritt nach vorne gegangen, mehr Geld zu geben.

Wir haben in den letzten Jahren immer das Beste aus unserer schwierigen Haushaltslage gemacht und versucht, durch mehr oder weniger clevere Drittmittelakquise und politische Lobbyarbeit unseren Etat anzuheben. Das ist uns auch im Verbund mit öffentlichen Händen und dem Fußball im Rahmen der letzten beiden Doppelhaushalte gelungen – deswegen wollten wir unbedingt nun den nächsten notwendigen Schritt zur weiteren Verbesserung unserer Fanprojekt-Struktur in die Wege leiten.

An Stellenaufstockungen und einen höheren Etat ist momentan allerdings nicht mehr zu denken, denn nach den ersten Haushaltsentscheidungen unserer Fördermittelgeber haben wir eine völlig andere Ausgangslage: nachdem die Stadt Leipzig unseren für 2025/2026 beantragten Mehrbedarf nicht anerkannt hat, bleibt unsere Fördersumme auf dem Stand vom letzten Jahr stehen. Und der Landeshaushalt ist zwar noch nicht beschlossen, im Regierungsentwurf sind aber für 2026 sogar Kürzungen der sächsischen Fanprojekt-Förderung angedacht. Wie sich der Fußball, also DFB und DFL, angesichts dieser schwierigen Perspektiven verhalten wird, ist unklar. Fakt ist: Unsere Finanzierung hält nicht mehr mit der aktuellen Tarif- und Kostenentwicklung Schritt und so droht uns aktuell ein Defizit von mehreren 10.000 Euro. Damit ist unser momentaner Status Quo gefährdet.

Wir führen weiterhin viele Gespräche mit der Politik, dem Fußball, den öffentlichen Händen und unserem Träger. Die fachlichen Argumente liegen auf unserer Seite. Aber wir brauchen Unterstützung und Solidarität. Deswegen wurde eine Spendenseite aufgelegt, die ihr unter folgendem Link abrufen könnt: https://projekte.outlaw-ggmbh.de/project/spende-fuer-fanprojekt-leipzig-kopieren

Wir würden euch gerne bitten, sowohl auf die Spendenkampagne, als auch auf unsere momentane Situation hinzuweisen, soweit es euch möglich ist. Vielen Dank!

Erfolgreiche Veranstaltung beim Deutschen Jugendhilfetag

Am 14.05.2025 fand im Rahmen des 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages auch unsere Fachveranstaltung zu jugendlich geprägter Fankultur als Arbeitsfeld der Jugendhilfe statt.

Über 100 Interessierte – mehr, als Plätze vorhanden waren – kamen, um unserem Impulsvortrag und der von Steffen Kröner moderierten Podiumsdiskussion zu lauschen, an der Janina Bittner (Abteilungsleiterin Jugendhilfe der Stadt Leipzig und stellvertretende Jugendamtsleiterin), Dr.in Heidi Giuliano-Thaler (Koordinationsstelle Fanprojekte), Christian Shukow (Referent für Jugendsozialarbeit beim AWO-Bundesverband) und Dr. Christian Kohn (Leiter des Leipziger Fanprojekts) teilnahmen.

Angesichts der hohen Kontaktzahlen, der großen Akzeptanz in den Fanszenen und den vielen fachlichen Impulsen, die immer wieder von der Fansozialarbeit für die Jugendhilfe ausgehen, waren sich Podium und Publikum einig darin, dass die Fanprojekte stabile Rahmenbedingungen brauchen, um weiterhin gut arbeiten zu können – und dies nicht nur eine auskömmliche Finanzierung mit einschliessen muss, sondern auch ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Wir danken allen Gäste und Mitdiskutierenden sowie der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die an der Organisation beteiligt war, für eine gelungene Veranstaltung, deren große positive Resonanz auch uns ziemlich überrascht hat.

»Eine Frage der Haltung« Auftakt-Veranstaltung zu Projekt über Antisemitismus im Fußball

Seit dem 7. Oktober und dem Überfall der Hamas auf den Süden Israels ist Antisemitismus nicht nur auf den Straßen und in den Sozialen Medien ein großes Thema. Auch in den europäischen Fußballstadien ist der Judenhass sowohl subtil als auch offen wieder präsent: in Gesängen, auf Spruchbändern oder in Choreographien. Das Fanprojekt hat deshalb zusammen mit den »Chemiefans gegen Antisemitismus« eine Veranstaltungs- und Workshopreihe ins Leben gerufen, um aktuelle Formen des jahrhundertealten Ressentiments zu diskutieren und zu problematisieren.

Den Auftakt machte Ende April ein Podiumsgespräch im Soziokulturellen Zentrum Conne Island. Unter dem etwas sperrigen Titel »Leutzscher Juden. Zur Idee der Aneignung jüdischer Identitäten im Kampf gegen Antisemitismus in Fußball« diskutierten wir vor 150 interessierten Gästen mit Monty Ott und Ruben Gerczikow über die Genese antisemitischer Vorurteile und die Möglichkeiten, diesen im Fußballkontext etwas entgegenzusetzen. Denn nicht nur bei Tottenham oder Ajax Amsterdam, auch in Leipzig-Leutzsch sieht man ab und an Davidsterne auf Stickern oder ein Spruchband mit einem Zitat der jüdischen Philosophin Hannah Arendt. Ist »Jüdischsein« im Stadion also eine Art Performance? Was unterscheidet die »Yids« von den »Superjoden«? Und was sagen eigentlich Jüdinnen und Juden zu den Aneignungsmodellen in der Fankultur? Das waren nur einige Fragen, die im Rahmen einer lebhaften Diskussion im Conne Island angeregt besprochen wurden.

Die Veranstaltungsreihe, die von der Amadeu-Antonio-Stiftung und der DFB Kulturstiftung gefördert wird, findet in den nächsten Wochen ihre Fortsetzung und geht noch bis Jahresende.

Fußball und Geschichte – Ein Wochenende in Bayern

Dieses Wochenende stand eine Spundefahrt an, bei der sich das Fanprojekt zusammen mit 15 Jugendlichen auf den Weg machten, um die bayerischen Gefilde zu erkunden. Die Mission? Fußball, Geschichte und Kultur.

Freitagmittag war es dann soweit: Zeugnisse abgeholt, schnell in der Jahni noch was verdrückt, und ab zum FP, wo nach und nach alle Jungspunde eingesammelt wurden. Die Taschen waren gepackt, das Proviant überprüft und schon rollte unser Konvoi in Richtung Augsburg. Kaum auf der Autobahn, wurden die ersten Geschichten des Tages geteilt und sich für den bevorstehenden Support eingestimmt. An der ersten Raststätte trafen wir dann auf die anderen Fanszenemitstreite:innen. Die einen überpünktlich, die anderen – wie gewohnt – nach dem Motto „komm ich heut nicht, komm ich morgen“.  Weiter ging es in Kolonne zur WWK Arena. Der Einlass? Tiefenentspannt. Für den einen oder anderen aber dennoch ein willkommener Moment, um ein paar mitgebrachte Sticker als Andenken im Stadion zu verteilen. Pünktlich zum Anpfiff waren alle da und die 450+ Auswärtsfahrer:innen gaben stimmungstechnisch alles. Mitmachquote nahe an den 100%! Das Spiel? Naja… Mal wieder ein Unentschieden, mal wieder ein müder Kick – aber egal.

Nach Abpfiff wurde schnell zu den Neunern gehetzt, um sich Richtung München aufzumachen. Dort angekommen, fix ins Hostel eingecheckt, kurz die Zimmer inspiziert, und dann ab ins Bett – für manche früher und für manche… naja, später.

Der Samstag begann mit einem schnellen Frühstück, bevor es zur Gedenkstätte Dachau ging. Dort erwartete uns eine interessante und intensive Führung, die sich besonders mit Fußball im Konzentrationslager Dachau beschäftigte. Das KZ Dachau war das erste Konzentrationslager, das 1933 von den Nationalsozialisten errichtet wurde. Ursprünglich für politische Gegner:innen gedacht, wurde es schnell zu einem Ort des Schreckens für Hunderttausende von Menschen. Mehr als 200.000 Häftlinge wurden hier von 1933 bis 1945 inhaftiert, darunter politische Gefangene, Juden, Sinti*zze und Rom*nja, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und viele andere, die nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten. Besonders eindrucksvoll war die Geschichte des Fußballs im KZ. Fußball wurde von den Nationalsozialisten als Mittel der Propaganda genutzt, um den Anschein zu erwecken, dass die Häftlinge ein „normales Leben“ führten. Doch in Wirklichkeit diente das Spielen oft nur der Belustigung der SS-Wachen. Gleichzeitig bot es manchen Häftlingen aber auch eine kurze Ablenkung von den grausamen Bedingungen. Die Führung war bedrückend und wichtig, gerade in Zeiten wie diesen, um zu verstehen: Den Feinden der Demokratie darf man keinen Raum geben!

Nach diesem intensiven Vormittag ging es am Nachmittag in die Stadt, wo wir etwas Freizeit hatten, bevor bei einem gemeinsamen Abendessen die Eindrücke aus der Gedenkstätte nochmal diskutiert und reflektiert werden konnten. Irgendwann teilte sich die Gruppe: Einige nahmen das Fußtaxi zurück ins Hostel, andere entschieden sich für eine Riga, die eine äußerst interessante und abenteuerliche Route durch die Münchener Nacht nahm. Am Sonntagmorgen saßen wir alle mehr oder weniger ausgeschlafen beim Frühstück und quatschten über den vergangenen Tag. Schnell die Sachen gepackt und ab zum Olympiastadion – eigentlich war eine Führung geplant, die aber leider ausfiel. Trotzdem konnten wir einen Blick in die gigantische Schüssel werfen. Das Olympiastadion München wurde für die Olympischen Spiele 1972 erbaut und war eines der modernsten Stadien seiner Zeit. Besonders beeindruckend ist das berühmte Zeltdach, das sich wie eine riesige Spinnennetz-Konstruktion über das Stadion spannt. Bis 2005 war es die Heimstätte des FC Bayern München und des TSV 1860 München, bevor beide in die Allianz Arena umzogen. Das Stadion fasst über 69.000 Zuschauer und hat einige legendäre Spiele erlebt – darunter das WM-Finale 1974, bei dem Deutschland die Niederlande mit 2:1 besiegte.

Für uns war klar: Hier mal mit ein Pflichtspiel mit unserem Verein zu erleben – das wäre was!

Nach diesem Abstecher ging’s weiter ins Augustiner Mittagessen, bevor wir die Heimreise antraten. Eigentlich sollte der Rückweg problemlos verlaufen – aber kurz vor Nürnberg leuchtete plötzlich die Motorkontrollleuchte im FP-Neuner auf. Plötzlich Spannung in der Gruppe: Schaffen wir es bis Leipzig oder stranden wir irgendwo in Franken? Doch zum Glück lief alles gut, und alle kamen wieder wohlbehalten in Leipzig an.

Was bleibt, sind Erinnerungen, die keiner so schnell vergessen wird.

Das Fanprojekt

bedankt sich bei der Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung für die finanzielle Unterstützung der Ausfahrt und den spannenden Bericht eines jugendlichen Teilnehmers!

 

 

 

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